Löhlbach. In den vergangenen Jahren hat sich auf den Flächen neben dem Sportplatz in Löhlbach Erstaunliches getan. Wo noch vor einigen Jahren ein dichtes, undurchdringliches Dickicht aus Fichten, Kiefern, Faulbäumen, Pappeln und Brombeeren das Bild bestimmte, erstrahlt nun wieder eine historische Kulturlandschaft. Dank des tatkräftigen Einsatzes lokaler Initiative und des Landschaftspflegeverbandes Waldeck-Frankenberg e.V. (LPV) kehrt die wertvolle Wacholderheide schrittweise ans Licht zurück. Was heute wie ein professionelles Großprojekt wirkt, begann ursprünglich in liebevoller Handarbeit. Wie sich viele Löhlbacher noch gut erinnern können, gab der örtliche Heimat- und Dorfverein den ersten Anstoß für die Rettung der zugewachsenen Fläche. Doch je sichtbarer die alte Heide wurde, desto klarer zeichnete sich ab: Um den enormen Projektumfang dauernd zu bewältigen und den Gehölzen langfristig Herr zu werden, brauchte es professionelle Unterstützung und schweres Gerät.
Der LPV als starker Partner für die Natur
Hier kam der Landschaftspflegeverband Waldeck-Frankenberg ins Spiel. Der LPV übernahm die strategische Planung, sicherte die notwendigen Ressourcen von der oberen Naturschutzbehörde und koordinierte den maschinellen Einsatz, um das historische Biotop schrittweise freizustellen. Doch mit dem reinen Abholzen war es nicht getan – die größte Herausforderung bestand darin, die Fläche dauerhaft offen zu halten. Dafür organisierte der Landschaftspflegeverband in enger Zusammenarbeit mit lokalen Beweidern eine naturschutzorientierte Beweidung. „Dieser Einsatz zahlt sich mittlerweile spürbar aus: Ein tierischer Mix aus Schafen und Ziegen – allesamt alte, robuste Haustierrassen – hält den neuen Bewuchs seither im Zaum.“ Erläutert die zuständige Projektmitarbeitzerin Laura Lachenicht vom LPV. Weil die Vierbeiner junge Triebe unermüdlich abfressen, erübrigt sich der Einsatz schwerer Maschinen fast vollständig; es muss nur noch vereinzelt per Hand nachgearbeitet werden.
Ein romantisches Mosaik und der jüngste Erfolg
Unter der Regie des LPV wurde das Projektareal sukzessive erweitert. Das Ergebnis ist eine halboffene Heidelandschaft, die nicht nur ökologisch von unschätzbarem Wert ist, sondern auch ein geradezu romantisches Landschaftsbild abgibt. Dass die Natur die Bemühungen dankbar annimmt, zeigt der jüngste, lang ersehnte Erfolg wie der Geschäftsführer des LPV, Carsten Müller erklärt: „Auf den freigestellten, nährstoffarmen Böden breitet sich das charakteristische Heidekraut wieder eigenständig aus. Ein deutliches Zeichen dafür, dass das Gemeinschaftsprojekt von Dorfverein, Beweidern und Landschaftspflegeverband die biologische Vielfalt erfolgreich nach Löhlbach zurückgebracht hat.“

